2. Bundesliga: CSC Frankfurt vs. Boxring Hanau 12:12

Samstag, 11. Februar 2012 / 19:30 Uhr, Fabriksporthalle Frankfurt Fechenheim

Boxmeeting 28.1.2012
CSC Frankfurt boxt gegen den Boxring Hanau 12:12

Nicht gerade berauschend ist für die Frankfurter das Ergebnis, aber viel wichtiger für das Team um Andrea Rzehak:
 
"Der Amateur-Boxsport ist in Frankfurt wieder voll angekommen."
 
Die Fabriksporthalle in Fechenheim war am Samstag, den 11.Februar 2012 proppevoll. Das hätte niemand erwartet, zumal der CSC von der Presse im Vorfeld fast totgeschwiegen wurde. Nur die Neue Presse berichtete 2 Tage vorher ausführlich über den CSC. Umso erfreulicher, dass an diesem denkwürdigen Abend fast alle Medienvertreter präsent waren.
 
Es war wie in alten Zeiten, und die liegen ja nun schon mehr als 20 Jahre zurück. Sie waren fast alle wieder gekommen, die alten Frankfurter Boxfans, die einst die Sporthalle Süd füllten. Die Sitzplätze um den Boxring waren fast ausverkauft und auch die Tribüne war fast voll. Aber entscheidend war natürlich auch die Leistung der Boxer, die allesamt begeistern konnten. Schon im Fliegengewicht (bis 52 Kilo) konnte der kleine André Stoika in seinem Kampf gegen den mehrfachen Deutschen Meister Hamza Touba begeistern und zeigte, trotz seiner knappen Niederlage, dass er durchaus kein Schlachtopfer des Hanauers ist. Es nähert sich immer mehr der Tag, an dem auch André Stoika als Sieger den Ring verlassen wird. Bravo André.
 
Es stand 2:1 für Hanau.
Dann zeigte der Frankfurter Hafid Bouji im Bantamgewicht (bis 56 Kilo) wieder einmal seine große Klasse. Obwohl an diesem Tag gar nicht vorgesehen, sprang Bouji in letzter Minute ein und besiegte den sehr starken Dimitri Geibel nach Punkte.
Im Leichtgewicht (bis 60 Kilo) zeigte der kroatische Meister Stipan Prtehjaca im CSC-Trikot erneute seine große Klasse und kam von Cheftrainer Emil Freihaut gut eingestellt, nach einem überlegen geführte Gefecht zu einem klaren Punktsieg.

Es stand 5:4 für den CSC nach diesem Gefecht.CSC Frankfurt
Im Halbweltergewicht (bis 64 Kilo) konnte der erstmals für den CSC boxende Erich Fuhr die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Trotz guten Kampfes konnte der Hanauer Sinan Bayrak nicht mithalten. Fuhr war seinem Gegner in der Reichweite klar überlegen und landete die genaueren Treffer. Alles schien auf einen hohen CSC-Sieg hinauszulaufen. Doch die Frankfurter hatten die Rechnung ohne den Hanauer Manager Ulli Bittner gemacht. Bittner war mit einem großen Bus Hanauer Fans an gereist, die die Frankfurter Halle zeitweise in einen Hexenkessel verwandelten. So viel Anfeuerung hätte man eigentlich von den Frankfurtern erwartet.

Zur Pause stand es 7:5 für den CSC und die alten Frankfurter tranken die Sektbar leer.
Auch die Würstchen reichten bei Weitem nicht. Kurzum, mit solch einem Ansturm hätte niemand gerechnet. Nur Ehrenvorsitzender Horst Gauß, der über 300 Plakate selbst geklebt hatte, hatte mit seiner optimistische Prognose: "Wir bekommen 1000 Zuschauer" fast recht gehabt.
Doch nach der Pause ging es beim CSC bergab. Rechtsausleger Slawa Kerber versuchte im Weltergewicht (bis 69 Kilo) auf schnellen Beinen seinen Gegner Sergej Lerke auszuboxen. Es gelang ihm auch fast, doch seine Attacken hatten zu wenig Druck, so dass Sergej Lekre, nachdem er sich auf den langen Frankfurter eingestellt hatte, noch einen sicheren Punktsieg landen konnte.
 
Es stand damit noch 8:7 für Frankfurt.
Dann kam die große Enttäuschung durch den erstmals für den CSC boxenden Marco Grund, von dem man schon ein wenig mehr erwartet hatte. Doch der Hanauer Magomedov Asnau boxte aus einer sicheren Deckung heraus seinen Gegner unter den fanatischen Anfeuerungsrufen seiner Anhänger den langen Grund aus.
 
Es stand 9:9.
Man vermisste hier bei diesem Gefecht den Korbacher Jassmann, der seine Aufgabe sicher besser gemacht hätte. Aber aller Anfang ist schwer. Grund wird sicherlich noch besser werden.

Jetzt stand es 9:9 und alles war wieder offen.
Im Halbschwergewicht (bis 81 Kilo) zeigte Frankfurts ungeschlagener Lokalmatador Leon Bunn erneut seine große Klasse. Roman Fress war ein fast ebenbürtiger Gegner, aber Leon verstand es ein ums andere Mal seinen Gegner mit gut geschlagenen Serien einzudecken. Nach seinem ungefährdeten Punktsieg konnten die Frankfurter wieder jubeln.
 
Es stand 11:10 für den CSC.
Der Schwergewichtskampf (über 81 Kilo) musste also die Entscheidung bringen. Alle erwarteten einen Sieg des Frankfurter Publikumsliebling Sergej Hodic. Doch Hanau hatte sich mit Andreas Wahl in dieser Gewichtsklasse verstärkt - und hatten richtig gehandelt. Denn was dieser Andreas Wahl zeigte, war wirklich große Klasse. Hodic, tapfer kämpfend, hatte da nicht viel entgegenzusetzen. Der Hanauer gewann, nachdem Hodic auch noch verwarnt worden war, klar nach Punkten.

Der CSC war mit dem 12:12 Unentschieden natürlich nicht ganz zufrieden. aber viel wichtiger als das Ergebnis war doch die Tatsache, dass der CSC mit seiner Vorsitzenden Andrea Rzehak und ihrem Vater Jürgen den Amateur-Boxsport in Frankfurt wieder Leben eingehaucht hatte.
Auch die Frankfurter Presse kann nach diesem erfolgreichen Abend nicht mehr achtlos am CSC vorbeigehen.

Text: Horst Gauß (http://www.horst-gauss.de)
Fotos: HBV (hd)
 

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